Gottschalk und der Markentod
Ende Januar haben wir in einem Beitrag über Thomas Gottschalk den Entertainer dafür gelobt, dass es ihm immer wieder gelingt, sich neu zu erfinden. Dabei stellten wir auch die These auf, dass Gottschalk eine Marke ist, deren Kern seine Kompetenz im Umgang mit Menschen ist.
Nachdem „Gottschalk Live" am vergangenen Donnerstag nur noch 930.000 Zuschauer hatte, stellt sich die Frage, inwiefern unsere These richtig war. Eine andere Argumentation verfolgt beispielsweise die Wirtschaftswoche unter der Überschrift „Gottschalk stirbt vier Markentode". Für den Autor besteht die Marke Gottschalk aus der Person und aus „Wetten, dass ...". Sowohl ARD und ZDF als auch der Starmoderator selbst hätten nicht verstanden, dass weder Gottschalk noch die Show alleine funktionieren.
Gottschalk habe also eine „Markentotaloperation" hinter sich: neue Zielgruppe, neuer Distributionskanal, neuer Preis, neues Produkt - das alles auf einmal. Fazit der WiWo: Besser nicht nachmachen, wenn Sie Ihre Marke nicht versenken wollen.
Was Gottschalk angeht, sind wir allerdings überzeugt, dass wir am Ende Recht behalten werden. Kritiker loben die Sendung, erste Fehler wie das Überangebot an Werbepausen wurden behoben und Gottschalk präsentiert sich lustig und kommunikativ, wie man ihn kennt und schätzt. Sicher braucht er einen langen Atem, aber am Ende könnte er sich im Vorabendprogramm etablieren - mit kleinerer Zielgruppe, aber im Kern gefestigt. Als Marke - und als Markenbotschafter für die ARD.
